„Einer für alle und alle für einen“
Ehrung Helmut Tetz erhält die Verdienstmedaille in Gold – Zum Ehrenbrandmeister ernannt
Die Ehrenbezeugung der Ortswehren wurde von Friedo Eilers, Stefan Bieling, Helmut Tetz und Holger Reuter (Foto)
Die Jugend-Feuerwehren liegen ihm besonders am Herzen. Jetzt wechselt er zu den Alterskameraden.
VON KAI HIPPEN
GRABSTEDE - Es war ein besonderer Moment in der Feuerwehrgeschichte der Gemeinde Bockhorn, besser noch, es waren mindestens zwei. Gemeindebrandmeister Helmut Tetz wurde Donnerstagabend in Anwesenheit zahlreicher Kameraden und Ehrengäste im „Grabsteder Hof“ aus dem Dienst verabschiedet, er hat die Altersgrenze von 62 erreicht.
Seltene Auszeichnung
Regierungsbrandmeister Gerd Junker überreichte Tetz die Verdienstmedaille in Gold des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes – eine Auszeichnung, die Junker zufolge sehr selten ist. Der Bockhorner Bürgermeister Ewald Spiekermann sorgte für den zweiten Moment: Er ernannte Tetz zum Ehren-Gemeindebrandmeister, auch das eine ganz hervorragende Anerkennung.
Zuvor war Tetz von den Ortsbrandmeistern Friedo Eilers und Stefan Bieling mit einem Borgward-Feuerwehrwagen, Baujahr 1957, zu einigen seiner Einsatzorte gefahren worden. Ein gleiches Modell hatte schon zur Wehr Neuenburg gehört, als Tetz 1976 eintrat. Dann schritt er die Front der beiden Ortswehren Grabstede und Bockhorn ab, bis hin zur Jugendfeuerwehr, „meiner Lieblingstruppe“, wie Helmut Tetz gern bekannte.
Im Saal folgte unter der Regie des neuen Gemeindebrandmeisters Holger Reuter eine Dankes-Laudatio der anderen. Spiekermann zitierte den Wahlspruch der Freiwilligen Feuerwehren, „einer für alle, alle für einen“, und betonte: „Dieses Motto bringt auch die Amtsauffassung von Helmut Tetz auf den Punkt.“ Er fügte hinzu: „Als Gemeindebrandmeister hat sich Helmut Tetz allseits große Achtung erworben. Mit Menschenkenntnis und Managementqualitäten hat er viele schwierige Situationen gemeistert.“
Landrat Sven Ambrosy wiederholte sich gerne: „Die Jugendarbeit in Bockhorn ist kreisweit vorbildlich“, und betonte: „Die Bockhorner Wehren sind ein wichtiger Teil der gesamtfriesischen Wehren. Wir konnten uns immer auf Helmut Tetz verlassen.“ Beim Bezirkswettbewerb vor zwei Jahren hätten sich die Bockhorner als hervorragende Organisatoren bewiesen, mit der Folge, dass sie nun 2011 auch Gastgeber eines Landeswettbewerbes sind: „Darauf können Sie alle stolz sein“, rief er den Feuerwehrleuten zu.
Gerd Junker hob hervor, dass es Helmut Tetz gelungen sei, die beiden Ortswehren Bockhorn und Grabstede zu einem funktionierenden Organ zusammenzufügen: „Das ist beispielhaft.“
Gute Zusammenarbeit
Da konnte auch Kreisbrandmeister Reinhard Onken nur zustimmen, er dankte Tetz für eine „äußerst verlässliche und konstruktive Zusammenarbeit“; gleiches betonten Karl-Heinz Hübner für die Bockhorner Polizei und Jochen Meineke für den Förderverein der Feuerwehren.
Tetz selbst hatte das Schlusswort: „Es hat mir immer Spaß gemacht, ohne Freude wäre eine Belastung wie diese gar nicht zu tragen gewesen.“ Er wies auf die gute Zusammenarbeit mit Rat und Verwaltung hin: „Wir haben das Machbare erreicht.“ Als Schwerpunkt seiner Amtszeit bezeichnete Tetz die Gründung der Jugendfeuerwehren. Sein Fazit: „Wir haben zwei gut ausgerüstete Ortswehren mit ebenso guter Ausbildung – das gilt es zu erhalten, dafür muss gekämpft werden.“
Quelle NWZ
Langjährige Weggefährten applaudieren zum Abschied
Zusammenarbeit „Letzter aktiver Dienstabend“ für Tetz – Von Ruhestand ist keine Rede
1976 hatte alles in Neuenburg begonnen. Bei den „Linientreuen“ hört es nun aber für Helmut Tetz noch lange nicht auf.
HIP
GRABSTEDE - Es war kein bombastisches Ereignis, sondern ein menschliches, die Verabschiedung des Bockhorner Gemeindebrandmeisters, typisch Tetz eben. Mehr ein „letzter aktiver Dienstabend“, wie sein Nachfolger Holger Reuter sagte, allerdings mit enormer Beteiligung. Die Alterskameraden der Grabsteder Ortswehr mit Ehrenortsbrandmeister Erwin Fangmann waren natürlich auch angetreten, um ihr neues Mitglied gebührend in Empfang zu nehmen.
Überhaupt die langjährigen Weggefährten: Die Bockhorner Polizeidienststelle mit Karl-Heinz Hübner, Erni Lübben und Udo Brinkmann war komplett vertreten, der Feuerschutzausschuss mit Horst Hoffschnieder, selbst Feuerwehrmann, an der Spitze war da, Vertreter der Verwaltung mit dem stellvertretenden Bürgermeister im Amt, Andreas Meinen, ebenso.
Zahlreiche Stadt-, Gemeinde- und Ortsbrandmeister gaben sich die Ehre, so aus Varel, Zetel und Neuenburg. Besonders begrüßt wurden zwei Männer, mit denen Helmut Tetz lange Jahre eng zusammengearbeitet hatte: der ehemalige Gemeindedirektor Kurt Murmann und der frühere Ordnungsamtsleiter Klaus Rogge.
Spezielles Netzwerk
Die „Linientreuen“ waren fast vollständig angereist, einer sogar mit dem Flugzeug – aus Wangerooge. Dieser Club ist ein ganz spezielles Feuerwehr-Netzwerk, dem Tetz auch weiterhin verbunden sein wird, wie er versicherte.
1976 war Helmut Tetz in die Ortswehr Neuenburg eingetreten, gleich als Feuerwehrmann. Die Jugendwehr gab es damals noch nicht, sie sollte erst später unter tatkräftiger Mitwirkung von Tetz selbst ins Leben gerufen werden.
Es folgte ein beruflicher Wechsel nach Grabstede. So kam Tetz 1981 in seine künftige Heimatwehr, in der er dann zahlreiche Funktionen übernahm.
Korb als Ruhesitz
Die Kameraden schenkten ihm und seiner Frau Jutta einen Strandkorb als „Ruhesitz“. Doch da wird Helmut Tetz nicht lange sitzen bleiben.
Gerade ist er zum Vorsitzenden des Klootschießer- und Boßelkreises X Friesische Wehde gewählt worden (die NWZ berichtete). Und am Freitag galt sein ganzes Augenmerk schon wieder seinem zweiten Wirkungskreis, der Dorfgemeinschaft Grabstede, der Helmut Tetz ebenfalls vorsteht.
Quelle NWZ
Ovationen im Stehen für Helmut Tetz
Abschied Bockhorner Gemeindebrandmeister leitet seine letzte Jahreshauptversammlung
Verdiente Feuerwehrmänner und Feuerwehrfrauen wurden in Bockhorn ausgezeichnet und befördert.
Aus Altersgründen muss er abtreten. Ehrungen und Beförderungen standen im Mittelpunkt.
VON KAI HIPPEN
BOCKHORN - Spontan standen am Schluss alle Feuerwehrmänner auf, die Gäste sowieso, langer Beifall wurde gespendet, als Holger Reuter verkündete, was fast jeder wusste: Es war die letzte gemeinsame Jahreshauptversammlung der Bockhorner Feuerwehren, die von Gemeindebrandmeister Helmut Tetz geleitet wurde. Freitagabend ging im „Hotel Hornbüssel“ eine kleine Ära zu Ende. 18 Jahre lang hatte Tetz sein Ehrenamt inne, jetzt muss er aus Altersgründen abtreten. Reuter wird nach Informationen der Nordwest-Zeitung demnächst zu seinem Nachfolger bestimmt werden.
Drei Großbrände
Tetz ließ sich zu Beginn der Versammlung nichts anmerken. Routiniert führte er durch die Tagesordnung. Er wies auf die drei Großbrände im vergangenen Jahr hin, die von den Feuerwehren bekämpft werden mussten, aber auch auf kleinere Vorfälle wie die Geschichte mit dem Pferd, das sich mit dem Huf im Boxgitter verfangen hatte, hilflos auf dem Rücken lag und von der Feuerwehr aus seiner misslichen Lage befreit werden konnte.
Bockhorner und Grabsteder Kameraden mussten 2009 zu 23 „Technischen Hilfeleistungen“ wie Unfällen und zu 15 Brandeinsätzen ausrücken, bei denen eine Schadenssumme von 1,2 Millionen Euro und erhaltene Werte in gleicher Höhe verbucht wurden. Die 87 Aktiven leisteten insgesamt 7713 Dienststunden. Tetz dankte Rat und Verwaltung, „die im Rahmen der Möglichkeiten das Machbare für die Feuerwehr getan haben.“
Dafür dankte wiederum Bürgermeister Ewald Spiekermann den Kameraden für ihre Einsatzbereitschaft: „Wir brauchen die Wehren mit ihrem Mut und ihrem Wissen. Wir werden trotz klammer Kassen Wert auf eine moderne Ausstattung legen.“ Landrat Sven Ambrosy, zum zehnten Mal in Bockhorn dabei, bezeichnete die Feuerwehren als „Rückgrat unserer Dörfer und kleinen Städte“ und lobte insbesondere die Jugendarbeit beider Bockhorner Feuerwehren: „Sie ist kreisweit vorbildlich.“ Er wies auf den Landesentscheid hin, der 2011 in Bockhorn ausgetragen wird: „Auf diese Gastgeberrolle können wir stolz sein.“
Kreisbrandmeister Reinhard Onken betonte, dass die Bockhorner Feuerwehren auch im Gefahrgutzug eine hervorragende Rolle spielten. Regierungsbrandmeister Gerd Junker brachte wie immer neue Informationen von der Landesebene mit: „Wir können es sehr begrüßen, dass Rauchmelder bald in die Bauordnung aufgenommen werden.“
Aber dann kamen schon wieder bewegende Minuten. Gerd Junker überreichte seinem alten Einsatzgenossen Jonny Eilers die Silberne Ehrennadel des Oldenburgischen Feuerwehrverbandes – das ging beiden sichtbar zu Herzen. Udo Lammers verteilte Schecks, einen eigenen für die Jugendfeuerwehren und den üblichen der Oldenburgischen Landesbrandkasse, und bekannte, dass es sein letzter Auftritt in dieser Rolle war – er zieht sich nach 38 Jahren zurück.
50 Jahre in der Feuerwehr
Dann noch einmal Ovationen im Stehen, diesmal für vier Altgediente: Gerd von Harten, Bernd Wagner, Tischlermeister Erwin Fangmann und Helmut Warnken wurden dafür geehrt, seit 50 Jahren den Feuerwehren anzugehören. Das letzte Wort gehörte Helmut Tetz: „Die 18 Jahre haben mir Spaß gemacht. Ich kann nur sagen: Macht weiter so.“ Und der Appell an die Politiker im Saal: „Erhaltet die Wehren, wie sie sind. Es lohnt sich.“
Quelle NWZ
Kameraden beweisen starke Bereitschaft
Bilanz Feuerwehr Grabstede bei neun Brandeinsätzen – 13 Hilfeleistungen
Große Investitionen stehen bei der Feuerwehr Grabstede in diesem Jahr nicht an. Rolf Warnken ist neuer Gerätewart.
HIP
GRABSTEDE - Ortsbrandmeister Friedo Eilers begrüßte jetzt die Mitglieder der Feuerwehr Grabstede zur Jahreshauptversammlung im Feuerwehrgerätehaus, darunter auch die Alterskameraden mit Ehrenortsbrandmeister Erwin Fangmann an der Spitze und Gemeindebrandmeister Helmut Tetz mit seinem Stellvertreter Holger Reuter. Eilers berichtete über neun Brandeinsätze und 13 Hilfeleistungen, zu denen die Wehr im Jahr 2009 ausrücken musste.
Viele Dienststunden
Zu den Blutspendeterminen kamen insgesamt 274 Spender. Die 39 aktiven Kameraden der Wehr Grabstede verrichteten insgesamt 3572 Stunden Dienst, die beste Beteiligungsquote erreichte Andre Ohmstede. Johann Eilers ist in die Altersabteilung gewechselt. Hendrik Lehmann, Dennis Wilkenjohanns, Piet Lighthart und Timo Petznik sind in die aktive Wehr aufgenommen worden. Friedo Eilers bedankte sich bei allen Kameraden für die Unterstützung. Neuer Gerätewart ist Rolf Warnken, Stellvertreter Andre Ohmstede.
Gute Zusammenarbeit
Gemeindebrandmeister Tetz wies auf die gute Zusammenarbeit in den Bockhorner Wehren hin. Große Investitionen stünden in Grabstede in nächster Zeit nicht auf dem Programm. Funkprobleme sollen kurzfristig behoben werden. Der Leistungswettbewerb findet am 5. September in Ohne statt. Der Jugendfeuerwehrwart Thorsten Eilers berichtete, dass derzeit 19 Jugendliche aktiv seien, sieben von ihnen erhielten die Leistungsspange. Es wurden 2370 Dienststunden absolviert. Neues Mitglied ist Jan Krettek.
Quelle: NWZ
Nach 24 Jahren an die Spitze
Feuerwehr Holger Reuter Gemeindebrandmeister von Bockhorn
Für die Feuerwehr im Einsatz (von links): Friedo Eilers, Stefan Bieling, Holger Reuter, Stefan Lehmann, Anke Emken, Mirko Grüßing, Ewald Spiekermann, Holger Warnken. BILD: Kai Hippen
Sein Stellvertreter ist Holger Warnken. Thema bei der Ernennung waren auch Vergünstigungen für Feuerwehrleute.
VON KAI HIPPEN
BOCKHORN - Die beiden Bockhorner Ortswehren hatten einhellig dafür votiert, das Gemeindekommando der Feuerwehr hatte zugestimmt, Rat und Verwaltung ebenso, der Kreisbrandmeister auch: So konnten jetzt im Rathaus die Ernennungen von Holger Reuter zum neuen Bockhorner Gemeindebrandmeister und von Holger Warnken zu seinem Stellvertreter in bestem Einvernehmen vonstatten gehen. Bürgermeister Ewald Spiekermann überreichte die Urkunden und freute sich: „Es ist immer gut, wenn Ehrenämter kontinuierlich und problemlos weitergegeben werden.“
Reuter Nachfolger von Tetz
Reuter ist jetzt Nachfolger von Helmut Tetz, Warnken wiederum übernimmt die Position von Reuter, der zwölf Jahre lang stellvertretender Gemeindebrandmeister war. Beide sind für sechs Jahre in ihre Funktionen berufen worden. Reuter erklärte: „Ich freue mich auf das Amt und werde versuchen, für beide Wehren und für die Bockhorner Bürger das Bestmögliche zu erreichen.“
Beide traten 1986 mit 16 Jahren in die Feuerwehr ein, beide haben ähnliche Berufe. Holger Reuter, 40 Jahre alt, ist Elektromeister, Holger Warnken (39) Kfz-Elektromeister. Reuter durchlief in der Ortswehr Bockhorn die lange Reihe der Beförderungen bis zum Hauptbrandmeister, Holger Warnken ist in der Ortswehr Grabstede jetzt Oberlöschmeister. Zu den ersten Gratulanten zählten auch die Ortsbrandmeister Stefan Bieling (Bockhorn) und Friedo Eilers (Grabstede) samt Stellvertreter Mirko Grüßing und Stefan Lehmann sowie die Leiterin der Abteilung Ordnung und Soziales, Anke Emken.
„Setzen auf Jugendwehren“
In einigen Wehren wie in Varel wird über Vergünstigungen für Feuerwehrleute diskutiert. Dazu bezog Reuter auf Nachfrage von Spiekermann auch im Namen seiner Kameraden Stellung: „Wer zur Feuerwehr des Geldes wegen geht, den kann man vergessen. Wir in Bockhorn setzen auf die Nachwuchsförderung über unsere Jugendwehren. Das ist der richtige Weg in die Feuerwehr.“
Quelle NWZ


